Am ersten Loch landete der Ball im Wasser, danach verfehlte MJ Daffue nur noch ein Grün. Mit einer 68 steht der Südafrikaner bei der Alfred Dunhill Links Championship bei zehn unter Par und lobt seine eigene Geduld.
Der Start in den Tag hätte für MJ Daffue kaum ärgerlicher sein können. Sein Annäherungsschlag an der Eins sah gut aus, doch der Ball zog zurück ins Wasser. Danach blieb der Südafrikaner ruhig.
„Ich habe einen ziemlich guten Annäherungsschlag an die Eins gespielt. Es war ganz anders als in der Proberunde, ich dachte, der Ball springt weiter. Stattdessen hat er zurückgezogen, ins Wasser", sagte Daffue auf der Pressekonferenz. „Enttäuschend, so in die Runde zu starten. Aber ich bin ziemlich stolz darauf, wie geduldig ich war. Danach habe ich die ganze Runde über nur noch ein Grün verfehlt."
Viele Chancen, wenig kurze Putts
Daffue spielte viele gute Putts, die aber nicht fielen. Erst auf den letzten Löchern gingen ein oder zwei hinein. Aus der kurzen Distanz klappte wenig: „Von denen innerhalb von 15 Fuß habe ich keinen gelocht. Ich habe heute oft den Lochrand getroffen", sagte er. Ob es am Lesen der Grüns oder an der Geschwindigkeit lag, konnte er nicht sagen.
Auf dem letzten Grün half ihm die Vorbereitung. Die Puttlinie habe er perfekt gelesen, weil er genau diesen Putt schon in der Proberunde gespielt hatte. „Ich schätze, deshalb spielen wir Proberunden, oder?" („I guess that's why we do practice rounds, right.")
„Vier verschiedene Turniere"
Bei der Dunhill Links wird täglich auf einem anderen Platz gespielt. Am Vortag war Daffue in Kingsbarns unterwegs. „Ich glaube, es ist anders, weil es sich für mich wie vier verschiedene Turniere anfühlt. Man kommt an, spielt den Platz, nimmt ihn, wie er ist, und hat seinen Spielplan", sagte er. Wer sich an den Prozess halte, bei dem füge sich alles so, wie es soll.
Der Platz an diesem Tag sei ein ganz anderer Test gewesen als Kingsbarns, zumal das Wetter laut Daffue „komisch" war, mit etwas Regen und Wind. Auf manchen Löchern habe man den Wind gewollt, auf anderen nicht. Ständig habe er abwägen müssen, ob der Ball am Grün zurückzieht oder weiterspringt. Viele Fahnen standen mit dem Wind oder knapp hinter kleinen Kuppen. „Dann schluckt man eben die Kröte, nimmt einen Putt aus 20 Fuß und schaut, ob man ihn trifft." Auf diesem Platz müsse man den Bunkern aus dem Weg gehen, während das in Kingsbarns ziemlich gut gelinge, weil dort viele Löcher gar keine Bunker hätten. Am letzten Loch habe er auf seine Vorstellungskraft gesetzt, statt zu versuchen, den Ball hoch aufs Grün zu spielen.
Lockere Runde unter Landsleuten
Gut gelaunt sprach Daffue über seinen Flight mit Johann, den er wie sich selbst als Südafrikaner vorstellte und schon lange kennt. Man scherze viel und mache sich gegenseitig Mut. „Mit Südafrikanern kommt man leicht klar", sagte er. Die Atmosphäre fühle sich an wie früher am Samstag, wenn er mit seinem Vater und dessen Freunden gespielt habe. „Da blühe ich so richtig auf." („That's kind of where I thrive.")
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